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Risikofaktoren für Arteriosklerose - Herz-/Kreislauferkrankungen

Unter kardiovaskulären Risikofaktoren verstehen wir Einflussfaktoren, die die Entstehung oder das Fortschreiten einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) begünstigen und so zu Durchblutungsstörungen und schließlich zu Ereignissen wie einem Herzinfarkt; TIA oder Schlaganfall, einer Erkrankung der Aorta (Bauchschlagader) oder der Beinarterien (AVK = arterielle Verschlusskrankheit) führen können.

Die bedeutsamsten Risikofaktoren sind:

  • Störungen im Fettstoffwechsel
    vor allem Veränderungen im Cholesterin- und Triglycerid-System, angeborene Störungen wie beim Lipoprotein(a). Beim Cholesterin ist der LDL-Anteil schädigend wirksam, wenn er durch die Einwirkung von freien Radikalen (z.B. im Stress) oxydiert ist.
  • Hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie)
    durch den starken Druck in den Arterien leidet die Gefäßwand, es entstehen kleine Einrisse und Ablagerungen.
  • Zigaretten-Rauchen
    wirkt vor allem über die Bildung von agressiven Freien Radikalen, die in der Gefäßwand Schaden anrichten
  • Stress und negative Emotionen
    sind in den letzten Jahren zunehmend als Risikofaktor anerkannt. Unter Stress steigt der Blutdruck, sind die Hormone Adrenalin und Kortisol chronisch erhöht und wird Fett in der Bauchwand abgelagert. Negative Emotionen aktivieren die Stresskette im Körper. Am besten schützt mentales Stressmanagement.
  • Übergewicht (Adipositas/Metabolisches Syndrom)
    Es ist vor allem das Bauchfett, das hormonell aktiv ist und chronische Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden begünstigt. Beim Metabolischen Syndrom ist der chronisch erhöhte Insulinspiegel der krankmachende Faktor.
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    Meist eine Folge von Übergewicht. Viele Patienten mit Herzinfarkt haben einen nicht erkannten Diabetes.
  • Bewegungsmangel
    Die Menschen sind dafür gebaut, sich am Tag 5-6 Stunden zu bewegen, d.h. 20-25 km zu gehen. Heute geht der Durchschnitts-Deutsche unter 1 km am Tag. Die Stresshormone aktivieren den Körper, die Aktivität wird im Sitzen nicht abgebaut, die negative Energie bleibt im Körper. Wer 3-4mal pro Woche 30 min aktiv geht, kann schon sein Herzinfarkt-Risiko beinahe halbieren.
  • Mangel an Vitaminen und essenziellen Nahrungsbestandteilen
    An wesentlichen Substanzen zum Schutz vor dem oxidativen Stress braucht der Mensch z.B. ausreichend Vitamine (vor allem C und E), Folsäure, am besten Substanzen in der Form, wie sie die Natur in Gemüse und Obst zusammengestellt hat. Immer mehr essenzielle Einzelsubstanzen werden entdeckt, wie z.B. die Polyphenole (OPC - Traubenkernextrakt), Coenzym Q10, die Aminosäure Arginin. Viele dieser schützenden Substanzen sind als Nahrungsergänzungen erhältlich. Wir informieren und beraten Sie gerne.

Einige der Risikofaktoren lassen sich beeinflussen, andere nicht (Alter, Geschlecht, Erbanlage). Neben den allseits bekannten Risikofaktoren können wir auch spezielle Risikoindikatoren überprüfen. Aufgepasst, die einzelnen Risikofaktoren verhalten sich nicht additiv sondern multiplizieren sich zu einem Gesamtrisiko!

Je mehr man über "seine eigenen Risikofaktoren" weiß, umso gezielter kann man sich um seine gesundheitliche Zukunft kümmern: Es erfreut, wenn man ein nur geringes Risiko trägt. Andererseits: Wenn man um Probleme weiß, kann man sich noch rechtzeitig, bevor ein Ereignis eintritt, darum kümmern und für Ausgleich sorgen.
Niemand käme auf die Idee, sein Auto mit geschlossen Augen zu fahren, warum also sollte man sich bei der Gesundheit blind stellen?

Entwicklung der Arteriosklerose

Schon bei Jugendlichen werden Ablagerungen beobachtet, die Fetttröpfchen enthalten. Im Alter zwischen 15 und 20 Jahren weisen bereits 15 % der Kinder und Jugendlichen ausgedehnte Veränderungen auf, die im Laufe des Lebens weiter zunehmen und sich an verschiedenen Stellen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit entwickeln. Das Ausmaß ist erstaunlich hoch, wie die Autopsie von Korea- und Vietnamsoldaten gezeigt hat. Ähnliche Veränderungen können beim Tier, z.B. beim Kaninchen durch Verfütterung einer cholesterinarmen Kost hervorgerufen werden. Dies gelingt auch bei unseren Artgenossen den Affen. Dagegen erkrankt ein Fleischfresser, wie der Löwe oder ein Tiger, nicht an Arteriosklerose.

Entwicklung der Arteriosklerose als schematische Zeichnung

Der Mensch ist evolutionsgeschichtlich kein primärer "Fleischfresser", sondern ein "Pflanzenfresser" sein Gebiß ist dementsprechend entwickelt und die heutige Zivilisationskrankheit Nummer 1, die Arteriosklerose, ist im wesentlichen durch die Zunahme des Fleischgenusses und die Einnahme cholesterinreicher Kost verursacht worden.

Ein Kompensationsmechanismus verhindert, daß zu Beginn die Einlagerung von Fettanteilen in der Gefäßwand zu einer Verminderung des Blutflusses führt. Dieser Kompensationsmechanismus ist aufgehoben, wenn mehr als 60-70 % des Gefäßes verlegt werden. Eine weitere Zunahme führt zu klinischen Beschwerden wie z.B. am Bein einer Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens)