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Beurteilung der Kontraktion des linken Ventrikels mit speziellen Echokardiographiefunktionen

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Herz(muskel)schwäche ist eigentlich keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom, das bei verschiedenen Erkrankungen des Herzens (bei Bluthochdruck, bei koronarer Herzkrankheit nach einem Myokardinfarkt, einer Herzmuskelerkrankung, bei Herzklappenerkrankungen, bei Herzrhythmusstörungen, …) manifest werden kann. Sie hat, wenn sie bereits sehr ausgeprägt ist, eine schlechtere Prognose als Krebs.  Untersuchungen haben gezeigt, dass alle Herzinsuffizienzpatienten zusammen, also nicht nur Patienten mit den schwersten Stadien der Herzinsuffizienz über alle Stadien und Altersstufen gemittelt eine 5-Jahres-Uberlebensrate von nur 50% haben, bei den Frauen etwas besser als bei den Mannern. Sie stellt zur Zeit die häufigste Ursache für einen stationären Krankenhausaufenthalt dar. Für Herzinsuffizienz-Patienten lagen im Jahr 2006 in Deutschland allein die direkten Kosten der medizinischen Versorgung bei ungefähr 3 Milliarden Euro.

Das geschwächte Herz ist nicht mehr in der Lage, das Blut ausreichend durch den Körperkreislauf zu pumpen. Die Herzmuskelschwäche wird nach ihrem zeitlichen Verlauf eingeteilt. Treten die Beschwerden plötzlich, stark und innerhalb von kurzer Zeit auf, so spricht man von akuter Herzschwäche. Die Zeichen der chronischen Herzmuskelschwäche dagegen entwickeln sich oft langsamer, meistens über Monate oder Jahre.

Symptomatisch wird man durch Schwäche und Luftnot (Dyspnoe), die es von einer aufgrund einer Lugenerkrankung oder auch einer Anämie (Blutarmut) abzugrenzen gilt.

Welche Schweregrade der Herzinsuffizienz gibt es?

Die „New York Heart Association“ (NYHA), hat eine üblicherweise verwendete Stadieneinteilung entwickelt.

  • NYHA Stadium I: Keine Beschwerden* bei normaler Belastung
  • NYHA Stadium II: Leichte Beschwerden* bei normaler Belastung, Leistungsminderung
  • NYHA Stadium III: Erhebliche Leistungsminderung bei gewöhnlicher Belastung
  • NYHA Stadium IV: Luftnot in Ruhe

    *Beschwerden bedeuten hier Luftnot und Schwäche

Im Stadium I fühlen Sie sich zwar noch nicht beeinträchtigt, Ihr Herz ist aber trotzdem schon geschwächt.. Dieser Aspekt ist wichtig für die Medikamenteneinnahme. Auch wenn Sie sich relativ wohl fühlen, Ihr Arzt aber eine Herzschwäche festgestellt hat, ist es wichtig, dass sie die empfohlenen Medikamente regelmäßig und zuverlässig einnehmen, um einer Progression (Fortschreiten) der Erkrankung entgegenzuwirken.

 

Wie kann mein Kardiologe eine Herzinsuffizienz diagnostizieren?

Wahrscheinlich fällt Ihnen auf,  dass Ihre Beine öfter anschwellen, sie eventuell Gewicht zunehmen, nachts öfter auf Toilette gehen müssen, sie sich nicht mehr so stark belasten können und/oder öfter Luftnot bekommen (beim Bergaufgehen, beim Treppesteigen) oder sogar nachts das Kopfteil höher stellen müssen um besser Luft zu bekommen. Vielleicht werden Sie bereits wegen einer der Erkrankungen, die zu einer Herzinsuffizienz führen kann, behandelt.

In einer ausführlichen Befragung können wir herausfinden, ob der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz besteht und ob Sie an Krankheiten leiden, die zu einer Herzinsuffizienz führen können. Dieser Verdacht versuchen wir durch verschiedene Untersuchungen zu bestätigen oder zu widerlegen. Hier steht an erster Stelle die körperliche Untersuchung. Weiterführend ist es notwendig,

  • eine Blutuntersuchung
  • eine Blutdruckmessung
  • ein Ruhe-EKG
  • eine Belastungsuntersuchung
  • eine Ultraschalluntersuchung des Herzens
  • eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs

Je nach Schweregrad Ihrer Erkrankung kann das Herz in einer einfachen EKG- und Herzultraschalluntersuchung fast normal erscheinen. Wir untersuchen jedoch auch auf Frühparameter einer Herzschwäche. Wenn wir vermuten, dass der Herzrhythmus) krankhaft verändert ist, wird er durch eine LZ-EKG-Analyse der Herzrhythmus weiter beurteilt.
Die Ergebnisse dieser verschiedenen Untersuchungen vervollständigen das Bild, das wir uns von Ihrer Erkrankung gemachen haben. Manchmal sind noch weitere Untersuchungen (z.B. ein Herzkatheter) notwendig.

Nach Bestätigung der Diagnose und Abklärung der Ursache der Herzschwäche kann mit der Behandlung begonnen werden.

Welche Medikamente muss ich einnehmen?

Machen Sie sich klar, dass Ihr Herz schon geschädigt sein kann, auch wenn Sie noch keine Beschwerden verspüren. Wenn Sie das bedenken, ist es leicht einzusehen, dass Sie auch in beschwerdefreien Zeiträumen Ihre Medikamente regelmäßig und zuverlässig einnehmen müssen. Die Medikamente sollen helfen, einen tödlichen Ausgang der Erkrankung zu verhindern, die Schädigung des Herzmuskels aufzuhalten und ihn zu kräftigen. Dadurch sollen Ihre Beschwerden möglichst so weit zurückgehen, dass Sie Ihr gewohntes Leben weiterführen können.

Die Wahl der Medikamente richtet sich außerdem nach der Vorerkrankung, die bei Ihnen zur Herzmuskelschwäche geführt hat und dem Grad der Herzschwäche sowie der Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens.
Die Medikamentengruppen, die bei der langsam einsetzenden Herzmuskelschwäche gute, wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse gezeigt haben, sind:

  • ACE-Hemmer/ Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten
  • Betablocker
  • Diuretika
  • Aldosteronantagonisten
  • Digitalisglykoside

Die o.g. Medikamente kommen bei Herzinsuffizienz in erster Linie zum Einsatz. Es gibt jedoch noch weitere Substanzen, die wir Ihnen in speziellen Fällen verordnen können:

  • Gefäßerweiternde Mittel (Vasodilatantien): Nitrate, Hydralazin
  • Kalziumkanalblocker: z.B: Amlodipin
  • Rhythmusstabilisierende Mittel (Antiarrhythmika): z.B. Amiodaron
  • Blutgerinnungshemmende Mittel (Thombozytenaggregationshemmer): z.B. ASS oder Marcumar

Darüberhinaus gibt es in ausgewählten Fällen bei ausgeprägt asynchroner Herzarbeit die Möglichkeit einer Herzunterstützung durch einen speziellen Herzschrittmacher (biventrikulärer Schrittmacher - CRT), ev. sollte auch ein Defibrillator implantiert werden.

Eine Herztransplantation wird nur dann notwendig, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Dann allerdings kann ein neues Herz lebensrettend sein. Herztransplantationen werden in spezialisierten Herzzentren durchgeführt mit denen wir kooperieren. 

Aufgrund eines Mangels an Spenderorganen (in Deutschland werden pro Jahr ca. 400 Herzen transplantiert)  beträgt die Wartezeit für eine Herztransplantation zur Zeit mehrere Jahre. Man kann gelegentlich die Wartezeit durch Implantation eines mechanische Unterstützungssystems (Assistsystem) überbrücken  bridge-to transplant“ und „bridge-to-recovery“.