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Cardio-CT und Cardio-MRT

Computer-Tomographie des Herzens (Cardio-CT)

Bei der Cardio-CT-Untersuchung kooperieren wir mit erfahrenen Untersuchern

Hintergrund und Prinzip der Untersuchung

Computer-Tomografie wird am Herzen meist als Multislice, auch Mehrzeilen-Spiral-CT (MSCT) oder im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch Multidektektor-CT (MDCT) genannt durchgeführ., Wie in der klassischen Computer-Tomografie (CT), die seit etwa 25 Jahren in der radiologischen Diagnostik etabliert ist, werden auch bei der MSCT mittels Röntgenstrahlung und einem um den Patienten rotierenden Röntgenröhren-Detektor-System Schnittbilder des Körpers erstellt, während dieser auf einem beweglichen Tisch durch das Gerät gefahren wird. Im Unterschied zu den älteren Geräten können aber mit einem MSCT-Gerät 4, 16 sogar bis 64 dünne Schichten des Körpers gleichzeitig aufgenommen werden. darüberhinaus rotieren die Röntgenröhren in diesen MSCT-Geräten schneller als früher um den Patienten herum. Dadurch können diese Geräte kleinere und auch bewegliche Strukturen (wie am Herzen) besser abbilden, als das bisher der Fall war – man spricht von einer höheren zeitlichen und räumlichen Auflösung. Mittlerweile gibt es Geräte mit mehreren Detektoren (Dual-Source). Erst mit diesen technischen Neuerungen wurde es möglich, das Herz und insbesondere die Herzkranzgefäße zu untersuchen.

Risiken/„Problempatienten“ für die Untersuchung

Wie oben erwähnt, gelingt die Untersuchung bei Patienten mit hoher Herzfrequenz nicht sicher. Dies gilt auch für Patienten mit Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern, häufige Extrasystolen). Ebenfalls können Patienten, die nicht still liegen oder die Luft nicht genügend lange anhalten können, nicht untersucht werden. Bei Patienten mit Implantaten im Brustraum, wie z.B. Herzschrittmachern, kann es erhebliche Bildstörungen geben, die eine Auswertung unmöglich machen können. Hier muß im Einzelfall, abhängig von der Fragestellung, entschieden werden. Bei Gabe von Kontrastmitteln, gelten als Gegenanzeigen eine bekannte Kontrastmittelallergie, eine Schilddrüsenüberfunktion und eine starke Einschränkung der Nierenfunktion.

Die Untersuchung zur Bestimmung von Koronarkalk, die ohne die Gabe von Kontrastmittel auskommt, ist nicht gefährlich. Risiken können bei der Untersuchung auf Stenosen in den Herzkranzgefäßen entstehen, wenn Sie gegen das injizierte Röntgenkontrastmittel allergisch sind und entsprechend darauf reagieren. In aller Regel kann man auch solche Unverträglichkeitsreaktionen schnell und wirksam behandeln. In sehr seltenen Fällen gibt es aber schwere, teilweise lebensbedrohliche Reaktionen, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern. Wichtig ist, daß Sie angeben, ob Sie andere Erkrankungen haben, z.B. Diabetes (Zuckerkrankheit), und dagegen Medikamente einnehmen, die sich nicht mit Kontrastmittel vertragen. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion sollte zuvor abgeklärt werden.

Das Verfahren konkurriert mit einer Herzkatheteruntersuchung, bei der insbesondere die kleineren in der Peripherie gelegenen Herzkranzgefäße besser dargestellt werden können. Auch stellt die höhere Strahlenbelastung noch ein Problem dar. Anders als bei einer Herzkatheteruntersuchung ist keine Therapie (Ballonaufdehnung/Stentimplantation) möglich. Gut ist die MSCTA geeignet, um zu überprüfen, ob Bypass-Gefäße am Abgang offen und damit funktionstüchtig sind.

Wann ist eine MSCT sinnvoll?

Darstellung von Herzkranzgefäßen in einer 3-D Rekonstruktion

Man kann am Herzen 2 Gruppen von Fragestellungen oder Anwendungen der MSCT unterscheiden:

1. Koronare Kalkablagerungen

Der Nachweis und die Mengenbestimmung von Kalk in den Herzkranzgefäßen (Koronarkalk mittels “Kalkscoring“) ist mit der MSCT, ähnlich wie mit der Elektronenstrahltomographie gut möglich. Hierzu wird das Herz eines Patienten während einer einzigen Atemanhaltephase, die in der Regel etwa 10 Sekunden dauert, untersucht. Dabei ist keine Kontrastmittelapplikation erforderlich. Insgesamt dauert die Untersuchung nur wenige Minuten. In dieser Zeit wird ein dreidimensionaler Datenblock erstellt, daraus Schichten von 3 mm Dicke rekonstruiert. Mit besonderen Nachverarbeitungsprogrammen wird anschließend die Kalkmenge gemessen. Das Ergebnis wird mit alters- und geschlechtsspezifischen Normwerttabellen verglichen. Auf diese Weise läßt sich bei mit anderen Risikofaktoren zusammen eine verbesserte Aussage über das Risiko treffen, in Zukunft einen Herzinfarkt zu erleiden.

2. CT Koronarangiographie (CTA) mit Kontrastmittelgabe

Eine anderen Form der Anwendung ist die Darstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel, um Engstellen, sogenannte Stenosen, zu entdecken und deren Schweregrad abzuschätzen (MSCT-Koronarangiografie, MSCTA). Dazu wird dem Patienten während der Aufnahme Röntgen-Kontrastmittel über eine Armvene injiziert. Die Aufnahme wird wiederum während eines Atemstillstandes durchgeführt, der allerdings bei dieser Untersuchung bis zu 20 Sekunden lang ist. Analog zum Kalkscoring wird der Innenraum des Gefäßes abgebildet. Stenosen stellen sich als Einschnürung oder Abbruch des Gefäßes dar. Die Untersuchung wir nach den aktuellen Leitlinien nicht als Basisscreening beim „Herzgesunden“ empfohlen.

Magnetresonanz-Tomographie des Herzens (Cardio-MRT/Stress-MRT)

Bei der Magnetresonanztomographie kooperieren wir mit erfahrenen Untersuchern

Hintergrund und Prinzip der Untersuchung

Darstellung von Kalk im Koronarsystem

Die Magnetresonanztomographie (Synonyme sind auch MRT, MRI, NMR oder Kernspintomographie genannt) erzeugt Schnittbilder des menschlichen Körpers. Im Gegensatz zu der Computertomographie benötigt sie keine Röntgenstrahlen, sondern lediglich ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Das Verfahren beruht darauf, dass die Atomkerne im untersuchten Gewebe gezielt (phasensynchron und resonant) elektromagnetisch angeregt werden und ein Signal abgeben, bis sie wieder in ihren Grundzustand zurückkehren. Dabei spielen insbesondere die Wasserstoffatome im Körpers eine Rolle, der menschliche Körper besteht zu ca. 80% aus Wasser. Der Scanner des MRT fängt diese schwachen Signale auf, verstärkt sie und übermittelt sie einem Computer, der sie zu Bildern weiterverarbeitet.

Die Technik würde in Deutschland entwickelt, seit Beginn der 80er Jahre wird es auch als diagnostisches Verfahren in der Medizin, zuletzt auch in der Kardiologie verwendet. Geschlossene Tunnelsysteme liefern bedingt durch ihren Aufbau und ihre höheren Feldstärken bessere Bilddaten als offene Systeme, die den Zugang zum Patienten unter MRT-Kontrolle ermöglichen.

Wie läuft eine MRT-Untersuchung ab?

Während der Untersuchung liegt der Patient in einer großen zylinderförmigen Röhre, dem Magneten. Der Patient muss dabei absolut ruhig liegen, damit die Aufnahmen nicht gestört werden.

Da der Patient während der Untersuchung einem starken Magnetfeld ausgesetzt ist, müssen alle Schmuck- und Metallgegenstände ablegt werden. Durch eine genauso Anamnese muß vor der Untersuchung geklärt werden, ob Metallgegenstände wie z. B. ein künstliches Hüftgelenk, Schrauben in den Knochen, chirurgische Clips oder elektrische Geräte wie Hörapparate oder ein Herzschrittmacher im Körper vorhanden sind.

Die Untersuchung selbst ist völlig schmerzfrei. Während der Untersuchung werden allerdings vom Gerät sehr laute Klopfgeräusche erzeugt daher erhält man einen abdichtenden Kopfhörer. Da es in der Röhre relativ eng und laut ist, kann bei empfindlichen Personen das Gefühl von Platzangst auftreten. Bei Bedarf kann ein Beruhigungsmittel gegeben werden.

Wann ist eine Kardio-MRT-Untersuchung sinnvoll?

Der Vorteil der MRT am Herzen (Cardio-MRT) liegt in der Darstellung von Herzinfarktnarben und Entzündungszonen des Herzmuskels(„Late Enhancement“), einer Durchblutungsstörungen des Herzens insbesondere bei schlechter Schallbarkeit und Fehlbildungen des Herzens und der herznahen Gefäße.In der Darstellung der Herzkranzgefäße ist das Verfahren zumindest bis heute anderen unterlegen.